Wie Palmöl den Regenwald zerstört und was du dagegen tun kannst

Wie Palmöl den Regenwald zerstört und was du dagegen tun kannst

Was du wissen solltest

Wie Palmöl den  Regenwald zerstört und was du dagegen tun kannst

Palmöl ist aufgrund seiner universellen Einsetzbarkeit und seines niedrigen Preises eines der wichtigsten Pflanzenöle der Welt geworden. Es steckt in fast allen Produkten unseres täglichen Bedarfs: Nahrung, Kosmetik, Waschmittel, Kerzen usw. Besonders oft findet man es in Fertiggerichten. Sie machen die Produkte geschmeidiger und cremiger. Ölpalmen sind um drei bis acht Mal effizienter als z.B. Raps oder Sonnenblumen, da sie günstig und auf kleiner Fläche Öl produzieren. Trotz all dieser positiven Eigenschaften gehen mit der Produktion von Palmöl massive Umweltzerstörung und Menschenrechtsverletzungen einher.

Warum genau und was du dagegen tun kannst, verraten wir dir hier.
 

Palmöl zerstört den Regenwald

Palmöl ist nicht per se schlecht. Es benötigt wenig Anbaufläche, ist vielseitig einsetzbar und nicht zuletzt auch ein wichtiger Nahrungsbestandteil, vor allem in ärmeren Ländern. Auch viele Kleinbauern leben vom Anbau der Ölpalme. Das Problem besteht also in der Art und Weise, wie es gewonnen wird.

Jährlich werden weltweit 56 Mio. Tonnen Palmöl produziert. Ein Hektar Plantage ergibt dabei 3,7 Tonnen Öl, also werden zurzeit 15 Mio. Hektar Land dafür genutzt. Das entspricht einem Viertel der Fläche Deutschlands. Da die Pflanze nur in tropischen Gebieten wächst, sind die Hauptproduzenten des begehrten Fettes Indonesien und Malaysia. Dort werden pro Minute ca. 35 fußballfeldgroße Flächen an Regenwald zerstört. Das geschieht vor allem durch Brandrodung, wobei enorme Mengen an CO2 freigesetzt werden. Besonders bei Torfböden ist das ein großes Problem, denn diese speichern besonders große Mengen an CO2: Bei der Entwässerung solcher Böden entweichen pro Hektar bis zu 6.000 Tonnen CO2. Das machte Indonesien zum drittgrößten Treibhausgas-Emittenten der Welt.

Mit der Rodung der Regenwälder geht oft auch die Enteignung und Vertreibung von Anwohnern einher. Das sind indigene Völker und Kleinbauern, die bei Widerstand oft bedroht, gewaltsam „überzeugt“ oder verhaftet werden. Sie verlieren damit ihre Lebensgrundlage. Auch Tiere wie Sumatra-Tiger oder Orang-Utans verlieren durch die Abholzung ihren Lebensraum und werden vom Aussterben bedroht. Denn allein zwischen 2006 und 2013 verringerte sich der Regenwaldbestand Südostasiens um 15%. Hält man diesen Trend nicht auf, droht sein vollständiges Verschwinden.

Der Regenwald beherbergt die größte Artenvielfalt der Erde und ist daher ein enorm wichtiger Lebensraum. Doch er ist auch der größte Sauerstoffproduzent und CO2-Speicher und essentiell für das Klima. Monokulturen wie Palmöl-Plantagen laugen die Böden aus, bedrohen die Artenvielfalt und fördern Schädlinge, die wiederum mit umweltschädlichem Gift bekämpft werden müssen.
 

Was du dagegen tun kannst

1. Palmöl vermeiden

Als Konsument hast du letztendlich die Macht zu entscheiden, welche Produkte du kaufst und somit auch, welche Herstellungspraktiken du unterstützt. Seit 2014 müssen in der EU alle Inhaltsstoffe namentlich angeführt werden. Diese können aber sehr unterschiedlich und manchmal auch irreführend sein. So kann sich Palmöl u.a. hinter folgenden Bezeichnungen verstecken: Sodium Palm Kernelate, Palmitate oder Tenside. Außerdem gibt es Inhaltsstoffe, die aus Palmöl gewonnen werden können, z.B. Glyzerin, Cetyl, Stearyl und Stearate.

Bio heißt nicht zwangsweise palmölfrei. Es sind auch viele vegane Produkte auf dem Markt, die Palmöl enthalten. Am besten greifst du auf solche Waren zurück, die dezidiert andere Öle enthalten (z.B. Sonnenblumen- oder Rapsöl). Du kannst beim Einkauf auch nach dem Siegel „Palmöl-Frei“ Ausschau halten.

Im Internet finden sich mittlerweile spezialisierte Shops, die palmölfreie Produkte anbieten, z.B. veganese.de oder memolife.de. Außerdem findest du hier eine (unvollständige) Liste mit palmölfreien Produkten: http://www.umweltblick.de/index.php/branchen/produkte-ohne-palmoel

2. Auf Zertifizierungen achten

Ein Ansatz ist, die Herstellung von Palmöl zu zertifizieren und die Produktion entsprechend zu kontrollieren. Dadurch würde das Öl aber auch teurer werden, was den Prozess nicht einfach macht: Konsumenten wollen möglichst billige Produkte, Produzenten und Händler stehen im Preiswettbewerb und streben nach möglichst hohem Profit. Ein ausgewaschener Interessenskonflikt.

Mittlerweile gibt es jedoch schon einige Zertifizierungen, an denen man sich beim Einkauf orientieren kann:

RSPO (Roundtable on Sustainable Palm Oil): Dieses Zertifikat ist gleichzeitig das Wichtigste, als auch das Umstrittenste. Es entstand durch die Zusammenarbeit von WWF und der Palmöl-Industrie und wird oft als „Greenwashing“ kritisiert. Dennoch sind weltweit 20% der Produktion damit ausgezeichnet. Es besagt, dass die Palmölproduktion sich „an Gesetze halten“, verantwortlich mit Ressourcen und Biodiversität umgehen und schutzbedürftige Wälder nicht abholzen soll. Das geht vielen Umweltschutzorganisationen nicht weit genug: sie seien zu leicht umgehbar, verbieten den Einsatz umweltschädlicher Pestizide nicht und berücksichtigen keine Kriterien zur Reduktion von Treibhausgasen.

RA (Rainforest Alliance): Vor allem Schokolade und Kaffee werden mit diesem Siegel zertifiziert. Es beinhaltet strengere Standards als RSPO in Bezug auf Palmöl, steht aber trotzdem als unzureichend in der Kritik. Außerdem ist es nicht besonders weit verbreitet.

Des Weiteren gibt es noch zwei Zertifizierungen, die aber für den Endkonsumenten weniger wichtig sind. Sie beschäftigen sich mit Futtermitteln, Chemieerzeugungen und Biokraftstoffen. Das Forum nachhaltiges Palmöl (FONAP) setzt sich einerseits dafür ein, die Gesamtproduktion unter kontrollierte Zertifizierung zu stellen, anderseits arbeitet es daran, die bestehenden Siegel zu verbessern. So verpflichten sich Unternehmen mit einer Mitgliedschaft am FONAP dazu, ihre Produktion zertifizieren zu lassen und einige darüber hinausgehende Anforderungen einzuhalten – beispielsweise keinen Anbau auf Torfböden, keine Nutzung gefährlicher Pestizide und die Einhaltung der Treibhausgas-Reduktionsziele.

3. Selbstgemacht statt fertig gekauft

Eines der Hauptprobleme bezüglich des Palmöls ist die hohe Nachfrage. Vor allem in günstigen Fertigprodukten wird das Öl gerne verwendet. Selbst mit frischen Nahrungsmitteln zu kochen macht nicht nur Spaß und enthält weniger Zusatzstoffe, sondern hilft auch, den Palmölbedarf zu reduzieren.

Auch manche Kosmetikprodukte kann man mit wenig Aufwand selbst herstellen.

4. Selbst aktiv werden gegen Regenwaldzerstörung durch Palmöl

Du kannst aber auch selbst aktiv gegen die Regenwaldzerstörung eintreten. Z.B. kannst du Hersteller anschreiben und sie auf die Problematik des Palmöls hinweisen und ersuchen, sich für nachhaltige Lösungen stark zu machen. Tun sie das bereits, werden sie dir dazu auch etwas zu sagen haben.

Erzähle deinem Umfeld von der Problematik, denn je mehr Menschen davon wissen und sich dagegen einsetzen, desto eher wird auch eine nachhaltigere Lösung gefunden.

Viele Umweltschutzorganisationen arbeiten zu dem Thema und haben Kampagnen gegen die Regenwaldzerstörung durch Palmöl. Du kannst sie durch deine Teilnahme als Aktivist bei Aktionen, durch Spenden oder durch die Verbreitung ihrer Anliegen unterstützen. Frage am einfachsten direkt dort nach – man wird dir bestimmt sagen können, wie du am besten helfen kannst!

 

Foto: Dan Herrick / Getty Images

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