Lost Place

Lost Place

Was früher die beliebte Schnitzeljagd war, ist für einige heute das Geocaching. Per GPS Daten wird nach im Gelände versteckten „Schätzen“ gesucht. Und so machen sich, vor allem am Wochenende, Junge und Alte auf, um die Verstecke ausfindig zu machen.

So auch Daniel, Elli, Jessica und Thomas. Während Daniel und Elli leidenschaftliche Geocacher sind, können Thomas und Jessica dem Ganzen wenig abgewinnen und gehen eher ihren Freunden zuliebe mit. Der Weg zum Cache (dem Schatz) ist schnell gefunden und macht dann, wider Erwarten, auch den beiden anderen Spaß. Wenn da nicht auf einmal merkwürdige Dinge vor sich gehen würden…

Einsame Plätzchen

Abseits der Zivilisation, auf einsamen Plätzen im Wald, ein immer gern gewähltes Szenario für Filme dieser Art. Und so überrascht es auch nicht, dass die Grundlage des Films auf altbekannte Mittel setzt. Umso mehr überrascht, dass der Film als deutsche Produktion es schafft, weder typisch deutsch noch gezwungen amerikanisch daher zu kommen, sondern schön eine Stimmung und Spannung aufbaut, die sich an beiden Seiten bedient. Viel Thriller, etwas Mystery und eine leichte Prise Horror fließen hier zusammen und harmonieren gut.

Leider holpert das Drehbuch dann und wann an der ein oder anderen Stelle und auch die Dialoge sind nicht immer so gut gewählt, wie man es sich wünschen würde. Dennoch sind die Charaktere liebevoll entwickelt und bringen einen dazu mit ihnen mit zu fühlen, sich zu freuen und zu leiden. Was ganz und gar nicht holpert hingegen, ist der Soundtrack. Die Effektsounds und Atmo-Geräusche funktionieren hervoragend und ziehen einen in den Film hinein. Die Musik ist schön komponiert, hält sich aber meist im Hintergrund oder verschmilzt mit den Effektklängen, was ausgezeichnet passt. Lediglich auf das 3D hätte man verzichten können, allerdings bringt es auch keinen Nachteil, wenn man sich nicht gerade an der 3D-Brille auf der Nase stört.

Wer schaut sowas denn an?

Um bei Lost Place auf seine Kosten zu kommen, muss man Teenage-Thriller mögen, die nicht auf plumpe Effekthascherei und viel Haut setzen. Allerdings sollte man auch nicht zu viel erwarten, was Tiefgang und Nachhaltigkeit angeht. Wer also auf platte Ami-Action mit viel Übertreibung, oder nur auf den direkten Gegensatz, kunstvolle Arthaus-Filme steht, darf den Film gerne auslassen.

Foto top: Lost Place Movie Poster

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