The L.A. Diaries: L.A. VS. NYC

The L.A. Diaries: L.A. VS. NYC

by Katharina Baron Kowalewski

The L.A. Diaries:  L.A. VS. NYC

Nach fast einem Jahr in L.A. musste ich raus, spontan ging es nach NYC zur Fashion Week und während ich im Flieger saß, fielen mir die vielen Dinge auf, die mir gefehlt haben. Menschen, zu Fuß laufen, Straßen, Spaziergänge, Normalität. L.A. ist wie ein kleiner Mikrokosmos, man ist so weit weg von allem. Vor allem von Europa. Der Zeitunterschied ist so groß, dass man es nie schafft, mit irgendwem in Europa zu sprechen. Und in L.A. gibt es weniger Zufälle, denn man rennt nicht einfach so in jemanden auf der Straße, es gibt keine. Man sitzt im Auto und fährt von A nach B. Der Vorteil ist, dass man auf einem einsamen Berg in Malibu meditieren kann, schnell am Meer ist und generell viel Zeit in der Natur verbringt.

Im August war L.A. wie eine einzige Schlaftablette, 40 Grad im Schatten bringen eben auch die aktivsten Menschen zum Stillstand. Alles war etwas überhitzt, sogar das Soho House. Auf dem iPhone kamen Warnungen, dass man das Haus nicht verlassen sollte und selbst im Meer schwimmen schien keine gute Idee, weil die Asche von den Waldbränden an den Küsten im Wasser gelandet ist. Ich war trotzdem schwimmen.
 

L.A. Sommer
 

In L.A. gehe ich auch nicht viel aus, jeder Club macht sowieso um zwei Uhr zu, und ich spare mir das Ausgehen vollkommen. Nur ein Restaurant-Besuch steht am Wochenende auf dem Programm, angestoßen wird mit Perrier Wasser oder grünen Säften.

An einem lauen Sommerabend saß ich im Trend-Laden „Catch“ – normalerweise hasse ich diese Restaurants, in denen die Mädels in Heels reinlaufen, auf denen sie nicht laufen können und in Röcken, die wie Gürtel aussehen und an Leonardo DiCaprio vorbeitänzeln. Eine Freundin sagte überrascht. „Du magst es hier heute?“ – „Ja, es ist wie eine Straße.“ Ab diesem Augenblick wusste ich, dass man L.A. nur genießen kann, wenn man regelmäßig rauskommt.

NYC ist auf Granit gebaut und das merkt man hier. Nächste Woche habe ich doppelt so viele Meetings an einem Tag als in L.A. in einer Woche. Nachts kann ich nicht schlafen, weil ich es nicht gewohnt bin, Lärm zu hören und sogar zwischen L.A. und NYC kann man einen Jetlag haben. Mein neuer Plan steht fest: Ich möchte bi-coastal werden. Und mal in NYC mal in L.A. arbeiten. Beide Städte sind wie Yin und Yang, man braucht beides, um normal zu bleiben – um nicht in die L.A.-Blase zu geraten und um nicht im Urban Jungle zum Workaholic zu werden.
 

NYC
 

Mein erster Abend hier zeigte mir auf jeden Fall alles, wofür NYC steht: bei dem VOGUE-Screening von „House of Z“ über den Designer Zac Posen. Jeder, der Rang und Namen hatte – von Heidi Klum bis zu Katie Holmes – war da. So viele gut gekleidete Menschen habe ich in L.A. in einem Jahr nicht gesehen. NYC hat einfach mehr Stil und Eleganz.

In dem Film wurde offen dokumentiert, wie Zac Posen über Nacht zum Star wurde, weil er auf einer Eliteschule zusammen mit Claire Danes und ein paar Top-Models war. Bei seiner ersten Show tauchte auch Anna Wintour auf. Sie gab offen zu, dass sie nicht wegen der Mode da war, sondern weil „Zac ihren Sohn kennt.“ Niemand hat gesagt, dass die Fashion-Industrie fair sei … alle anderen müssen in NYC eben noch mehr Gas geben.

 

 

Katharina Kowalewski

Katharina Baron Kowalewski

Unsere L.A.-Kolumnistin und Schauspielerin Katharina Baron Kowalewski
findest du auch auf Instagram: @katharinabaron

 

Fotos: Katharina Baron Kowalewski

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