Habt ihr eigentlich mitbekommen, dass…?

Habt ihr eigentlich mitbekommen, dass…?

Habt ihr eigentlich mitbekommen, dass…?

… ein Teil der Pariser Pont de Arts-Brücke, deren Geländer von Liebesschlössern regelrecht zugekleistert ist, unter eben dieser Last eingebrochen ist? Zwar nur ein kleiner Teil, aber genug, um für reichlich Diskussionstoff zu sorgen. Die einen fordern, dass die Schlösser endlich abgenommen werden, die anderen bestehen auf die klickende Romantik im Schlüssel-Schloss-Prinzip.

Ungefähr 700.000 Liebesschlösser sollen alleine an den vielen Brücken von Paris hängen. Was einst ein individuelles und kreatives Zeichen von ewiger Liebe darstellen sollte, ist mittlerweile – wie so vieles, was von der Gesellschaft aufgegriffen wird – nur noch reine Massenware. Hier und da ein kleines, schmiedeeisernes Schloss in Herzform, das fest verschlossen an einer kleinen, einsamen Brücke baumelt? Romantisch, ja, nur leider gehört dieses Bild eher der Vergangenheit an.

Mittlerweile gibt es kaum eine Brücke in europäischen Großstädten, die nicht behangen ist von Schlössern in allen Farben und Formen und gerade auf der Pont des Arts parkt man als Pärchen mit seinem Schloss mittlerweile in zweiter oder dritter Reihe, weil schlichtweg kein Platz mehr ist. Unter dem zunehmenden Gewicht der kleinen Stahlkonstruktionen und dem auf die Brücke übergehenden Rost leidet diese nun und ist – zumindest teilweise – einsturzgefährdet.

Was ist es, dass man heutzutage lieber ein Massenbad nimmt, als gegen den Strom zu schwimmen? Bezüglich der Anzahl der Schlösser in Paris scheint es, dass manches Liebespaar das eigene Metallkästchen schon vor der Buchung des Städtetrips in den Händen hält und bereitsteht, seine ewige Liebe zu besiegeln.

 

Es stellt sich doch die Frage, wer die Botschaft dahinter noch wirklich versteht und wer den Schlüssel lediglich als lucky charm um den Hals trägt und das Schlösschen glücklich von der Bucket Liste streicht.

 

Und nun? Während ein italienischer Schriftsteller darauf pocht, dass diese einst so romantische Geste seiner Feder entsprungen sei und somit definitiv den Ursprung in Rom innehält, debattieren die Pariser um Alternativen. Denn so viel steht fest: Die angeblich 100 Tonnen Gewicht, die zusätzlich auf die Brücke drücken, sind besorgniserregend.

Zu Schaden gekommen ist übrigens niemand, als sich ein Teil des Geländers unter dem Druck verabschiedet hat. Außer vielleicht die Paare, deren Liebesbekundungen nun auf dem Boden der Seine vor sich hin dümpeln.
Wenn die Liebe zur Last wird – das ist ja bekanntlich so gar nichts Neues.

 

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Kurios: Habt ihr mitbekommen, dass…?


 

Foto: CC0 Creative Commons

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