Gegensätze ziehen sich an…

Gegensätze ziehen sich an…

Gegensätze ziehen sich an…

„Was? Die beiden? Die passen doch gar nicht zusammen!“ Immer häufiger hört man das über frisch verliebte Pärchen. Der lustige, gesellige Sunnyboy und dieses schüchterne Mauerblümchen? Das ausgehwütige Partygirl und der ruhige Couchpotato? Viele Paare, die auf dem ersten Blick ganz und gar nicht zusammenpassen, haben im Laufe der Zeit zusammengefunden. Unlogisch? Wir schauen mal genauer…

Vanessa und Ben sind seit zwei Jahren zusammen und können unterschiedlicher nicht sein. Sie: Laut, dominant, geht gerne aus, hat viele Freunde. Er: Zurückhaltend mit dem Temperament eines Teelöffels, hat gerne seine Ruhe und Freunde, die man an einer Hand abzählen kann. Wie haben die sich denn gefunden?

Ja, wir verlieben uns in jene Eigenschaften, die wir selbst nicht besitzen

Vielleicht kennt man es auch von sich selbst: Wer ist nur dieser interessante Fremde, der so ganz anders ist als ich? Nicht selten verguckt man sich in Personen, die so absolut gegensätzlich zu uns sind. Das stille Mädchen angelt das Herz des lauten Badboys, die rassige Schönheit verliert ihres an den nachdenklichen Streber – Hollywoodfilme machen es vor. Aber das alles ist viel mehr als die Fantasie der Drehbuchautoren. Über Jahrzehnte hinweg belegen Studien: Ja, wir verlieben uns in jene Eigenschaften, die wir selbst nicht besitzen. Das, was uns fehlt, scheint uns am anderen besonders zu gefallen. So finden immer wieder Persönlichkeiten zueinander, die total unterschiedlich sind, denn die Stärken, die wir an uns vermissen, machen das Gegenüber bei der Partnerwahl sehr attraktiv. Das ist auch gar nicht so unlogisch: Paare, die unterschiedliche Persönlichkeiten besitzen, ergänzen sich oft zu einem harmonischen Doppel. Der temperamentvolle Draufgänger findet in einer friedlichen, ausgeglichenen Frau seine Balance. Bei einer hitzigen Diva, die ihm selbst viel ähnlicher ist, würden dagegen ziemlich häufig die Fetzen fliegen. Stubenhocker tun sich gut mit antreibenden Partnern, die für Dynamik und Motivation sorgen. Andersrum kommen Energiegeladene bei weniger aktiven Partnern zur nötigen Ruhe.

Bei Vanessa und Ben ist es nicht anders. Wenn sie total gestresst abends nach Hause kommt, ist er ihr Ruhepol. Sie kann reden, sich auslassen, er hört ihr zu und gibt ihr Kraft. Wenn er am Wochenende einen lockeren Abend zu Hause vor dem Fernseher oder mit einem Buch verbringen möchte, beschäftigt sie sich mit ihren zahlreichen Freunden.

Gegensätze ziehen sich an…aber bleiben sie auch zusammen?

Ist das das Geheimnis funktionierender Partnerschaften? Nicht wirklich. Es ist aber auf jeden Fall das Geheimnis sofortiger Anziehung. Sind Persönlichkeiten gegensätzlich gepolt, wirken sie auf den ersten Blick anders und interessant. Auf Dauer jedoch können zwei grundverschiedene Menschen sich ziemlich heftig auf den Keks gehen. Eine Partymaus, die von ihrem Liebsten zu Hause festgehalten wird, wird mit der Zeit genau so unzufrieden sein wie ein stiller Alleingänger, der von seiner Partnerin zu ständiger Gesellschaft gezwungen wird. Der Zwang, seinen eigenen Charakter zu verbiegen, um sich dem anderen anzupassen, geht allzu oft nach hinten los: Den anderen zu verändern, wer hat das nicht auch schon versucht? Und das Ergebnis ist meist kein Gutes. Paare, die vom Temperament her anders ticken, brauchen gemeinsame Interessen und Aktivitäten, wenn auch durch Kompromissverhalten, um ihre Beziehung nicht an der Verschiedenartigkeit zerbrechen zu lassen.

Vanessas größtes Problem in etwa ist Bens Lustlosigkeit. Nie will er mit ihr ausgehen, ihre Freunde kennt er zum größten Teil nicht. Sie versteht es auch nicht, wieso er lieber zu Hause ist, als sich unter die Leute zu mischen, wo es doch viel aufregender ist. Ben wiederum ist Vanessas Gesellschaftszwang etwas zu viel. Gerne will er mehr Zeit mit ihr zu zweit verbringen, dass sie ihn oft allein lässt, stört ihn total. Nachdem die rosarote Phase des blinden Verliebtseins vorbei war, erkannten auch Vanessa und Ben, dass die Stärken des Anderen immer mit Schwächen verbunden waren, mit denen sie überhaupt nicht zurechtkamen. Bewunderte Ben anfangs noch Vanessas stets motivierte Art, ist er mittlerweile recht oft von ihrem überschwenglichem Tatendrang genervt. Noch geben sie aber nicht auf, auch wenn es momentan kriselt.

„Wir haben uns auseinander gelebt“ ist oft der Grund für Trennungen: Denn mit der Zeit vergisst man die Stärken des anderen, in die man sich einst so verliebte, und sieht vordergründig die Meinungsverschiedenheiten. Automatisch wird dann weniger Zeit mit dem Partner verbracht, man trennt Aktivitäten und Freundeskreise, isoliert den anderen von allem außerhalb der Partnerschaft. Das Ende einer Beziehung – so sagt man – liege daher nicht an mangenlder Liebe sondern an fehlender Freundschaft.

…also doch eher „Gleich und Gleich gesellt sich gern“?

Haben es also Paare, bei denen am Anfang zwar nicht sofort elektrisierende Anziehung herrscht, die aber aufgrund ihrer Ähnlichkeit besser zusammen funktionieren, eine längere Haltbarkeit? Sie kämpfen in jedem Fall weniger mit Wortgefechten und Streitereien, können den anderen oftmals leichter verstehen, sich besser in ihn hineinversetzen. Sie teilen eher ähnliche Interessen, haben gemeinsame Hobbies und gleiche Abneigungen. Klingt eigentlich perfekt… Das Problem bei diesen Paaren ist dagegen die fehlende Balance: Sind beide antrieblos, wird’s schnell langweilig, zwei Hitzköpfe werden sich in einem Streit womöglich noch die Augen auskratzen. Oder ein anderes Beispiel: Stellt euch mal zwei schüchterne, ruhige Personen vor, die es nicht gewohnt sind, Initiative zu ergreifen. Da kann die Hölle zufrieren, ehe einer den anderen anspricht.

Es gibt also kein Rezept für das perfekte Paar oder die perfekte Beziehung. Sowohl Gleichgesinnte als auch Gegensätze haben ihre Probleme. Wo es sich ähnlichen Partnern an Ausgelichenheit und Harmonie mangelt, kämpfen unterschiedlich Tickende mit Missverständnissen und fehlender Einfühlsamkeit. Genügend, aber nicht seine komplette Zeit sollte man daher dem Partner widmen, Zeit für sich allein und seine eigenen Interessen finden, aber auch ab und an auf die Wünsche des anderen eingehen. Sich immer unterzuordnen geht genauso nach hinten los, wie stets seinen Dickkopf durchsetzen zu wollen. Kompromisse bei der Zweisamkeit sollte das Beibehalten der eigenen Persönlichkeit nicht untergraben, denn die wichtigste Beziehung führt jeder immer noch mit sich selbst.

Foto top: clipdealer.de

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