StartLifestyleFitnessSkinny Fat - Du bist schlank und trotzdem fett?

Skinny Fat – Du bist schlank und trotzdem fett?

Jeder hat diese eine Freundin, die gertenschlank ist und von sich behauptet, fett zu sein. Du rollst mit den Augen, aber sie liegt tatsächlich gar nicht falsch: sie ist skinny fat. Das beschreibt einen Menschen, der optisch zwar schlank wirkt, bei näherer Betrachtung sind jedoch Fettpolster zu sehen. Das ist nicht nur unschön, sondern kann fast genauso ungesund sein wie echtes Übergewicht.

Was ist skinny fat?

Skinny fat beschreibt einen Menschen, der äußerlich schlank wirkt, aber nur, solange er angezogen ist. Sichtbar übergewichtig ist er nicht, und doch weiß er selbst, dass alles wackelt, wenn er sich bewegt. Wahrscheinlich treibt ein solcher Mensch wenig bis gar keinen Sport, hat einen nicht allzu gesunden Lebensstil und beschwert sich über den Bauch, die Hüften und den Po. Trotzdem wird diesem Menschen von jedem gesagt, er sei völlig im Rahmen und das bisschen Körperfett sei kein Problem.

Die Freundinnen in deinem Freundeskreis, die sich ständig über ihren Körper beschweren und dabei schlank wirken, liegen damit aber gar nicht so verkehrt. Bei einer Messung des Körperfettgehalts kann herauskommen, dass ihr Fettanteil ähnlich hoch ist wie der eines sichtbar übergewichtigen Menschen. Sie setzen es nur anders an und dank ihres Stoffwechsels werden sie nicht sichtlich übergewichtig. Das Phänomen skinny fat führt übrigens nicht nur dazu, dass im Bikini sichtlich alles wackelt und Betroffene nicht wirklich gut aussehen. Es kann sogar regelrecht gefährlich für die Gesundheit sein.

Warum ist skinny fat ein so großes Risiko?

Sichtbare Fettreserven bilden sich an der Hüfte, den Oberschenkeln, an Bauch und Po. Besonders Frauen setzen hier Fett an, bei Männern verteilt es sich über den Körper anders. Eines haben beide Geschlechter jedoch gemeinsam: nicht benötigte Fettzellen werden unsichtbar an den inneren Organen angesetzt und gefährden dort die Gesundheit. Bei schlank wirkenden Menschen mit hohem Körperfettanteil passiert somit dasselbe wie bei übergewichtigen Menschen. Die wachsenden Fettpolster an den inneren Organen sorgen dafür, dass das Risiko für Diabetes und Herzerkrankungen deutlich ansteigt.

Weiterhin wird besonders Bauchfett schneller wieder gelöst und wandert ins Blut, das wiederum kann zu Bluthochdruck führen. Herzinfarkte und Schlaganfälle sind keine seltenen Folgeerkrankungen einer solchen Entwicklung. Schlank wirkende Leute, die solche Fettpolster mit sich herumtragen, gehen damit ähnliche Risiken ein, wie wenn sie echtes Übergewicht hätten.

Bin ich skinny fat?

Das klingt alles ganz schön unheimlich! Tatsächlich sind viele schlank wirkende Menschen vom Phänomen skinny fat betroffen und würden sich selbst gut tun, daran etwas zu ändern. Du gehörst wahrscheinlich zu dieser Gruppe, wenn du einen hohen Anteil an Körperfett hast. Es gibt zwar Körperfettwaagen, diese sind allerdings ungenau – deswegen solltest du diese Frage durch einen Arzt klären lassen. Sehr wahrscheinlich wird er dir aber bestätigen, dass du skinny fat bist, wenn du wenig oder gar keinen Sport treibst, dich grundsätzlich wenig bewegst und vielleicht auch nicht allzu gesund isst. Ein relativ sicheres Signal ist, dass der Bauch zwar flach wirkt, wenn du dich nicht bewegst – doch ein Schritt reicht und dein Bauch wackelt. Das deutet eindeutig auf Fett hin.

Denk daran, dass die Einschätzung eines medizinischen Fachmanns entscheidend ist, um festzustellen, ob du wirklich unter dem skinny fat-Phänomen leidest. Eine professionelle Diagnose kann dir ein klares Bild über deinen Gesundheitszustand verschaffen und auf individuelle Maßnahmen hinweisen. Scheue dich nicht, deinen Arzt zu konsultieren, da dies der erste Schritt zu einem gesünderen Lebensstil sein kann.

Schlank, aber fett – und jetzt?

Als nicht sichtlich übergewichtige Frau hast du einen Vorteil – du hast es relativ leicht, etwas für deine Gesundheit zu tun.

Zunächst solltest du deine Ernährung überdenken. Isst du genug Gemüse? Oder ernährst du dich hauptsächlich von Fettigem und Ungesundem? Das musst du ändern! Um deinen Weg zur Gesundheit zu unterstützen, ist eine ausgewogene Ernährung von entscheidender Bedeutung. Das bedeutet nicht unbedingt, dass du dich radikal einschränken musst, sondern vielmehr, dass du bewusstere Entscheidungen triffst. Denk an mehr Gemüse, mageres Protein und gesunde Fette. Du wirst überrascht sein, wie diese einfachen Anpassungen positive Auswirkungen auf deinen Körper haben können.

Weiterhin empfiehlt sich Bewegung. Ums Fitnessstudio kommst du also kaum herum. Eine gute Mischung aus Cardio- und Krafttraining bringen deine Muskeln auf Vordermann und lassen das überschüssige Fett schmelzen. Eine Alternative ist aber auch beispielsweise schwimmen, da du hierbei alle Körperpartien trainieren kannst und die Gelenke schonst. Das Ganze hat übrigens einen sehr schönen Nebeneffekt: Der unschöne Schwabbel am Bauch wird mit der Zeit verschwinden und du kannst dich im Bikini bewegen, ohne dass alles wackelt. Dann bist du wirklich schlank!

Dein Selbstbild – deine Gesundheit!

Es ist auch wichtig zu verstehen, dass das eigene Selbstbild eine Rolle spielt. Eine negative Wahrnehmung des eigenen Körpers kann den Weg zur Verbesserung erschweren. Erinnere dich daran, dass du mehr bist als nur die Hülle, die dich umgibt. Selbstliebe und Selbstakzeptanz sind entscheidend, um Veränderungen positiv zu gestalten.

Der Weg zur Beseitigung von skinny fat ist ein langfristiger Prozess. Sei geduldig mit dir selbst und bleib am Ball. Denk daran, dass es nicht nur um das Aussehen, sondern vor allem um deine Gesundheit geht. Wenn du konsequent an deinen langfristigen Gesundheitszielen arbeitest, wirst du mit der Zeit nicht nur schlanker aussehen, sondern dich auch gesünder und vitaler fühlen.

Foto: baytunc / Getty Images
Quelle: Foulis SA, Hughes JM, Friedl KE. New Concerns About Military Recruits with Metabolic Obesity but Normal Weight („Skinny Fat“). Obesity (Silver Spring). 2020 Feb;28(2):223. doi: 10.1002/oby.22724. PMID: 31970904.

AJOURE´ Redaktion
AJOURE´ Redaktion
Wir legen wir größten Wert auf die Qualität und Verlässlichkeit unserer Inhalte. Um sicherzustellen, dass unsere Artikel stets korrekt und vertrauenswürdig sind, stützen wir uns ausschließlich auf renommierte Quellen und wissenschaftliche Studien. Unsere redaktionellen Richtlinien gewährleisten dabei stets fundierte Inhalte. Informiere dich über unsere hohen journalistischen Standards und unsere sorgfältige Faktenprüfung.

BELIEBTE BEITRÄGE

AKTUELLE BEITRÄGE