Wie du aufhören kannst, dich ständig mit anderen zu vergleichen

Wie du aufhören kannst, dich ständig mit anderen zu vergleichen

5 Power-Tipps

Wie du aufhören kannst, dich ständig mit anderen zu vergleichen

„Das Vergleichen ist das Ende des Glücks und der Anfang der Unzufriedenheit.“
– Sören Kirkegaard

Was der dänische Philosoph Sören Kirkegaard bereits im 19. Jahrhundert entdeckte, kennen wir wohl alle nur zu gut. Wir gehen unbeschadet durch den Tag, erledigen unsere Aufgaben – Job, Studium, Kinder, Freizeit – und fühlen uns dabei solange gut, bis jemand unseren Weg kreuzt, der schöner ist. Oder klüger. Oder witziger. Oder sympathischer, talentierter, musikalischer, beliebter, dünner, dicker. Ja selbst die Anzahl der Likes auf Facebook kann unser Konkurrenzverhalten beim Seitenblick auf andere Profile ankurbeln.

Die Möglichkeiten, sich mit seinen Mitmenschen zu vergleichen, sind schier unendlich. Was immer gleich bleibt ist jedoch das nagende Gefühl der Unzufriedenheit und das auf Dauer immer weiter in den Keller fallende Selbstbewusstsein.
 

Doch warum vergleichen wir uns eigentlich?

Die moderne Psychologie gibt darauf eine Antwort, die zutiefst mit dem Menschen als soziales Wesen zusammenhängt: Wir vergleichen uns, um in einem sozialen Umfeld einschätzen zu können, wo wir stehen. Dabei wird unterschieden zwischen dem sogenannten Abwärtsvergleichen und dem Aufwärtsvergleichen. Bei ersterem vergleichen wir uns mit Menschen, die uns scheinbar unterlegen sind. Bin ich etwa schneller als meine Studienkollegin mit der Abschlussarbeit fertig, kann das zu einer Aufwertung meines Selbstwertgefühls führen. Im Gegensatz dazu kränkt das Vergleichen „nach oben“ das Ego: Sehen wir beispielsweise jemanden, der trotz jüngeren Alters auf der Karriereleiter schon einige Sprossen über uns balanciert, weckt das den Neid.
 

Zwei Seiten der selben Medaille

Obwohl einige Menschen argumentieren, dass der Neid des Aufwärtsvergleichens als Motivator dienen kann, führt es nachweislich auch zu Minderwertigkeitsgefühlen. Und wer möchte schon etwas erreichen, nur um nicht mehr „minderwertig“ zu sein? Diese sogenannte negative Motivation ist eher eine Blockade für das Erreichen unserer Ziele, als eine echte Hilfe. Nur eine positive Motivation ist längerfristig zufriedenstellend: wie z.B. sich seinen Lebenstraum zu erfüllen, einfach so, für sich selbst. Nicht, um besser als die Nachbarin zu sein; nicht, um die alte Konkurrentin aus Schulzeiten zu übertrumpfen und schon gar nicht, um die attraktive und fremde Frau von der gegenüberliegenden Straßenseite in den Schatten zu stellen. Sondern einfach um sich selbst glücklich zu machen.

Auch, wenn das Abwärtsvergleichen auf den ersten Blick wie eine gewinnbringende Methode für den schnellen Selbstbewusstseins-Push aussieht, ist es in Wahrheit bloß die andere Seite der selben Medaille. Solange du in Kategorien von „schlechter“ und „besser“ denkst, wirst du leiden. Das klingt zwar brutal, ist aber tatsächlich so. Denn das Leben ist im ständigen Wandel und du kannst nicht immer über den Gipfeln der Dächer balancieren und die Menschen unter dir belächeln. Du wirst von Zeit zu Zeit auch am matschigen Boden sitzen und hoffen, dass es nicht auch noch anfängt zu regnen.

Deswegen haben wir hier fünf Tipps, wie du am besten mit dem Vergleichen aufhören kannst:
 

1. Begreifen, dass es unlogisch ist, sich zu vergleichen

Du bist ein einzigartiger Mensch, mit einer dir eigenen Genetik, individuellen Fähigkeiten, einem einmaligen Weg. Niemand war jemals so, wie du bist, niemand wird jemals so sein. In einer unendlich langen Zeitspanne, in einem unendlich großen Raum, bist du absolut einzigartig! Was nach einer platten Weisheit klingt, macht das Vergleichen – wenn man es logisch zu Ende denkt – zu einer völligen Unmöglichkeit. Denn verglichen werden können immer nur zwei absolut gleiche Menschen – und die gibt es in dieser Welt zum Glück noch nicht.

2. Achtsamkeit

Halte inne, sobald du bemerkst, dass du dich vergleichst. Und verurteile dich bloß nicht, wenn du herausfindest, dass du dich öfter mit anderen vergleichst, als du dachtest! Beobachte das Vergleichen einfach und nimm wahr, was es mit dir macht. Fühlst du dich jetzt kleiner oder größer, fühlst dich minderwertig oder hast du ein schlechtes Gewissen? Achtsamkeit ist ein höchst heilsames Mittel. Nach und nach wirst du sehen, wie lächerlich das alte Muster des Vergleichens ist. Und dann fällt es weg, genauso sanft, wie es sich eingeschlichen hat. Es wird etwas Anderem weichen: Du konzentrierst dich alleine auf deinen Weg und gönnst anderen Menschen ihren Erfolg. Wie schon ein griechisches Sprichwort besagt: „Man muss nicht das Licht des anderen ausblasen, um das eigene leuchten zu lassen.“

3. Selbstliebe

Sobald du anfängst, dich wirklich selbst zu lieben (und zwar dich, so wie du jetzt gerade bist und nicht die Idee von dir, die du anstrebst zu sein), hörst du auf dich zu vergleichen. Denn dann weißt du: du bist nicht perfekt, aber du bist liebenswert – und zwar einfach so, ohne etwas leisten zu müssen. Es ist eines der spannendsten Paradoxa des Lebens, dass durch Akzeptanz die größte Veränderung stattfindet. Eine wundervolle Art um Selbstliebe zu praktizieren ist zum Beispiel regemäßige Medi-
tation.

4. Dankbarkeit

Ein vielbeschworenes Wundermittel – aber eines, das auch tatsächlich hilft. Denk doch mal darüber nach, wie gut wir es in diesem Land haben. Wir haben so viel, von dem andere Menschen nur träumen können: Frieden, Freiheit, ein Dach über den Kopf und etwas zu Essen. Und das Leben selbst ist ein Geschenk, auch wenn wir das im Trubel der Ereignisse oft vergessen (ja, wir wissen: das hörst du öfter … aber es ist wirklich ein Geschenk, sieh dir nur die Frühlingsblumen an!). Ein liebevoll geführtes Dankbarkeitstagebuch – und seien es nur ein paar Zeilen pro Tag – hat das Potential, Leben zu transformieren. Wenn man dankbar ist für das, was man hat, wieso sollte man dann neidisch auf andere schielen?

5. Erkenntnis

Kenne die Ursache deines Vergleichens. Wie schon das Orakel von Delphi einst sagte: Gnothi seautón. (Er-)Kenne dich selbst! Mit wem vergleichst du dich und weswegen? Gibt es diesbezüglich ein immer wiederkehrendes Muster in deinem Leben? Vielleicht sorgst du in irgendeinem Bereich nicht gut genug für dich und schlägst dich deswegen mit dieser nagenden Unzufriedenheit herum? Niemand außer dir selbst kennt die Antwort – und Selbsterforschung ist eine spannende Reise.

 

Foto: Mel Yates / Getty Images

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