Herausforderung Schönheits-OP: „Jünger aussehen, ja. Aber bitte nicht anders“

Herausforderung Schönheits-OP: „Jünger aussehen, ja. Aber bitte nicht anders“

Botox, Filler, OP

Herausforderung Schönheits-OP: „Jünger aussehen, ja. Aber bitte nicht anders“

Das neue Gesicht von Schauspielerin und „Bridget Jones“-Darstellerin Renée Zellweger beherrscht auch drei Jahre nach ihrem ersten Auftritt ohne ihre charakteristischen Schlupflider und Pausbacken noch die Boulevardpresse. Und mit einer Mischung aus Sensationsgier und Ekel werden im Internet die Fotos von Milliardärin Jocelyn Wildenstein angeklickt, die sich mit Hilfe immer neuer Schönheitsoperationen in eine Art „Catwoman“ verwandeln lässt. Dezent geht anders, bestätigt Dr. med. Daniel Lonic. Er ist Spezialist und Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie am HELIOS Klinikum München West und Leiter des MFACE KieferGesichtsZentrums München. Er hilft seinen Patientinnen lieber möglichst unauffällig dabei, die Zeit um fünf bis acht Jahre zurück zu drehen.

 

„Es gibt verschiedene dezente Möglichkeiten, um sich im Alterungsprozess etwas Zeit zu erkaufen“, erklärt Dr. Lonic. Häufig verwendet er Botox und Filler, die Falten verschwinden lassen und die Gesichtshaut straffer, voller und damit erfreulich jünger aussehen lassen. „Eine Botoxbehandlung hält etwa vier bis sechs Monate. Eine Behandlung mit Hyaluronsäure, die für Feuchtigkeit und Volumen im Unterhautfettgewebe sorgt, mittlerweile sogar sechs bis zwölf Monate. Und wenn man darauf achtet, die Filler bei regelmäßiger Anwendung immer an unterschiedlichen Stellen zu setzen, kann man das Aussehen nach und nach frischer und jünger erscheinen lassen, ohne dass jeweils große Veränderungen sichtbar sind“. Da es sich bei diesen minimalinvasiven Eingriffen per Spritze oder Kanüle nicht um klassische Operationen handelt, verneinen viele Stars die Frage nach erfolgten Schönheits-OPs, ohne lügen zu müssen. Diese Einstufung der Schönheitsbehandlung erlaubt es allerdings auch Heilpraktikern, u.a. Hyaluronsäure zu spritzen. Dr. Lonic rät unbedingt dazu, nur geschulte Fachärzte, also ausgebildete Plastische Chirurgen oder Dermatologen für die erwünsche Verjüngungskur aufzusuchen.

 

Vorsicht vor zu günstigen Angeboten!

„Schönheit ist ein hart umkämpfter Markt“, warnt Dr. Lonic. „Eine Filler-Behandlung kostet bei uns etwa 350 bis 400 Euro. Wenn Filler für nur 99 Euro angeboten werden, dann entspricht das noch nicht einmal dem Materialpreis. Ich habe schon einige Patienten gesehen, die nach missglückten Behandlungen mit Nekrosen, also abgestorbener Gesichtshaut, verzweifelt zu mir in die Praxis gekommen sind. Oder bei denen durch die Unterspritzung ein Wulst oder eine bläuliche Verfärbung aufgetreten sind. Ich kann zum Glück von mir selbst und meinem Team sagen, dass die Komplikationsrate bei uns extrem gering ist“, erklärt Schönheitsexperte Lonic. Durch rechtzeitige, kleinere Eingriffe mit Botox und Fillern lassen sich größere Schönheits-OPs bei rechtzeitigem Behandlungsbeginn länger hinauszögern. Und kosten letztendlich nicht viel mehr als die meisten hautstraffenden Kosmetikprodukte, die selten halten, was sie versprechen und sich bei regelmäßiger Anwendung im Monat ebenfalls schnell auf mehrere hundert Euro summieren.

 

Facelift: größerer Eingriff, größere Wirkung

Eine weitere, nicht operative Straffungsmethode, die Dr. Lonic gern anbietet, ist das sogenannte „Faden-Lifting“. Dabei werden unter lokaler Betäubung kleine, selbstauflösende Fäden in das Unterhaut-Fettgewebe eingebracht, die das Absacken oder Erschlaffen von Gesichtsbereichen, z.B. sogenannte „Hamsterbäckchen“, teilweise rückgängig machen können. Bei Hautüberschüssen ist diese Methode jedoch nicht geeignet; dann kann nur ein sehr viel umfangreicheres und aufwändigeres operatives Facelift die erwünschte Verbesserung bringen. „Oft wird eine Kombination aus den bereits genannten Methoden und der operativen Entfernung von überschüssiger Haut gewählt. Sehr häufig nachgefragt sind beispielsweise Lidplastiken; hierbei wird jedoch keinesfalls eine „Plastik“ oder ein Implantat eingesetzt, sondern eine formende Operation (griech. plattein – bilden, formen, gestalten) durchgeführt, indem am Oberlid überschüssige Haut entfernt oder am Unterlid chirurgisch für einen glatten Übergang vom Lid zur Wange gesorgt wird. Beides führt zu einem deutlich jüngeren, frischeren Erscheinungsbild. Vorübergehende Nebenwirkungen wie blaue Flecken oder Schwellungen verschwinden meist innerhalb kürzester Zeit“. Nach Botox-, Hyaluronsäurebehandlungen oder Fadenliftings sind die Patientinnen innerhalb kürzester Zeit wieder gesellschaftsfähig. Allerdings sollte man bis zu zwei Tage nach der Behandlung keinen Sport treiben. Bei operativen Eingriffen dauert es nach Erfahrung von Dr. Lonic etwa sieben bis vierzehn Tage, bis die Schwellungen weitestgehend zurückgegangen sind.

 

Unbedingt auf die Facharztbezeichnung „Plastischer Chirurg“ achten

Ob eine Schönheits-OP wirklich notwendig ist oder nicht, kann nur von dir selbst entschieden werden. Es ist ratsam, sich darüber Gedanken zu machen, ob es lohnenswert ist, Zeit, Kosten und eventuelle Risiken in Kauf zu nehmen. Deshalb solltest du deine Entscheidung auch nicht übereilt treffen und dich vorab gut informieren. Ebenso solltest du bei der Auswahl des richtigen Arztes auf die Facharztbezeichnung „Plastischer Chirurg“ zu achten. Zum einen kannst du dir sicher sein, dass du dich in geschulte Hände begibst, auch wenn lediglich eine ästhetische „Dienstleistung“ gefragt ist. Zum anderen weißt du, dass der behandelnde Spezialist nach einer 6-jährigen Facharztausbildung nicht nur dein ihr erwünschtes, äußeres Erscheinungsbild im Blick hat, sondern auch darauf achtet, dass alle wesentlichen Funktionen von Muskeln, Sehnen und Nerven erhalten bleiben.

Zu den Aufgaben von Dr. Lonic gehört auch die aufwändige rekonstruktive Chirurgie nach Unfällen, Krankheiten oder angeborenen Gesichtsverformungen. „Ich habe eine sehr liebe Patientin, 46 Jahre alt, aus Nordrhein-Westfalen behandelt. Bei ihr hatte sich nach einer erfolgten Therapie eines Mundhöhlenkrebses ein so starker Narbenzug gebildet, dass sie den Kiefer nicht mehr öffnen konnte. Ich habe ihr Gewebe aus dem Unterarm verpflanzt, die linke Gesichtsseite mit Eigenfett unterspritzt, rechts ein Fadenlifting durchgeführt. Nun kann sie endlich nicht nur wieder den Mund öffnen, sondern wieder mit einer positiven Einstellung in den Spiegel schauen. Ich freue mich noch immer sehr darüber, dass ich dieser Dame wieder Lebensqualität verschaffen konnte. Auch das kann die plastische und ästhetische Chirurgie erreichen“.

 
Foto: pbophotographer/Getty Images; Text: Susanne Amrhein, PRIMO MEDICO


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